Wir sind, wie wir heißen – das trifft nicht nur im Harry Potter-Universum zu, sondern spielt auch in der realen Muggel-Welt ein Rolle. So fanden Wissenschaftler vor rund 10 Jahren heraus, dass Menschen mit den Initialen D.I.E etwa drei Jahre eher sterben als ihre Landsmänner. Und sie wurden mehr als sieben Jahre von Trägern der Initialen J.O.Y. überlebt.
Eine noch sehr viel weitgehendere Bedeutung haben die Namen jedoch in der Zauberwelt von Joanne K.Rowlings. Hier stehen sie symtomatisch für den Charakter der einzelnen Figuren. Onomastiker, also solche Leute, die die Bedeutung von Namen wissenschaftlich erforschen, haben deshalb die reine Freude an dem Buch.
Der Englischlehrer Rudolf Hein widmete dem Thema 2004 sogar ein ganzes Buch mit dem Titel „Kennen Sie Severus Snape“.
Harry Potter trägt seinen Erfolg schon im Namen
Darin erfahren Leser etwa, dass „Harry’“vom teutonischen Namen „Heinrich“ stammt, und der steht wiederum für „Herrscher“. So ist Severus Snape seinem Namen gemäß ein gegenüber Harry ganz besonders strenger Lehrer („severus“ bedeutet „streng“ auf Lateinisch), der sich sich geschmeidig wie eine Schlange („Snape“) durch die Welten der hellen und dunklen Magie bewegt.
Sirius Black ist eine sehr widersprüchliche Person. Er wird für einen gefährlichen Mörder gehalten, erweist sich aber als Freund von Harry. Dieser Gegensatz spiegelt sich in seine Vor- und Nachnamen wider: Ersterer Bezeichnet den hellsten Stern am Nachthimmel, Letzterer ist das englisch Wort für „schwarz“.
Lupin ist ein Wolf und heißt auch so
Der Name von Remus Lupin, Wehrwolf und Unterstützer von Harry, lässt sich aus dem lateinischen Wort für Wolf, „lupus“, ableiten. Remus war einer der Gründer Roms, der von einer Wölfin großgezogen wurde.
Und der Name des eitlen Zauberers Gilderoy Lockhart setzt sich zusammen aus dem englischen „to gilde“ – vergolden – und dem frantzösichen „Roy“, was König bedeutet.
Der fette, kahlköpfige Horace Slughorn trägt einen Nachnamen, der als englische Übersetzung von „Nacktschnecke“ verwendet wird. Außerdem bedeutet er auch „ein Gläschen Schnaps“. Beide Begriffe geben gute Bilder von Aussehen und Charakter des jovialen Lehrers.
Wer sich weiter mit der Materie beschäftigen will, der kauft sich am besten entweder das Buch von Rudolf Hein oder fängt selbst an zu forschen.
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